Tunesische Landschildkröte

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  Findlinge - T. graeca nabeulensis

Schrecklicher Schildkrötenfund mitten in Deutschland


 


Als ich eines Tages Ende September 2003 die erste Mail bekam, dachte ich beim Lesen, ich traue meinen Augen nicht. Eine Dame beschrieb mir, dass sie auf einer Straße mehrere Schildkröten gefunden hatte und sie bat mich, die Artzugehörigkeit der Tiere zu identifizieren, da sie vermutete, dass es sich um Tunesische Landschildkröten handeln könnte. Auf dem beigelegten Bild tummelten sich auf einer Wiese mindestens 11 kleine Nordafrikaner. Schon am nächsten Tag schrieb mir ihr Mann aufgeregt von 36 gefundenen Schildkröten, eine eigentlich unvorstellbare Menge. In dem späteren Telefongespräch schilderte mir die Dame die näheren Umstände: Sie radelte mit ihrem Mann zusammen an einer Straße Richtung Wald, als ihnen auffiel, daß an einer Stelle mehrere von Autos plattgefahrene kleine Schildkröten auf dem Asphalt lagen. Ihre sofortige Suche in der näheren Umgebung ließ sie weiter fündig werden. Einige fanden sie tot oder lebendig in der angrenzenden Wiese, manche ertrunken im nahegelegenen Bächlein. Zu dem Zeitpunkt waren es schon 15 lebende und 20 tote Schildkrötchen. Die derzeitigen niedrigen Nachttemperaturen unter 10°C geboten absolute Eile... Nun schalteten sie die gesamte Nachbarschaft mit ein zu einer gründlicheren Suche. Immer wieder fuhr jemand zu der Stelle an der Straße, um nachzusehen. Schliesslich wurden innerhalb weniger Tage sage und schreibe 34 lebende und an die 40 tote Schildkröten gefunden. Über 70 kleine Schildkröten, zum Teil plattgefahren, ertrunken oder schlichtweg erfroren!!! Einfach unvorstellbar!

Aber woher kamen diese vielen kleinen Tierchen, die gerade mal ein Gewicht von 18 - 38 g hatten, um die 4 cm klein waren und sich tatsächlich als Tunesische Landschildkröten entpuppten ?

Bei so einem mysteriösen Fund kann man nur eine einzige Vermutung haben: Irgendeine gewissenlose Person hatte so viele Tiere illegal aus dem Urlaub aus Tunesien mitgebracht, wo die Schildkröten leider immer wieder auf Bazaaren zum Kauf angeboten werden. Vielleicht hatte diese Person sogar auch noch die Vorstellung, sie hier gewinnbringend zu verscherbeln. Möglicherweise merkte dieser Mensch sehr schnell, daß diese unter Artenschutz stehenden Schildkröten hier bei uns nicht ohne gültige, behördlich ausgestellte Papiere verkauft werden dürfen und er fürchtete eine saftige Strafe. Also kippte er sie unbarmherzig einfach aus dem Auto und nahm so ihren sicheren Tod in Kauf, denn bei unseren Temperaturen zu dieser Jahreszeit im Freiland können diese sonnenverwöhnten Schildkröten nicht lange überleben.
Die Finder dieser vielen Schildkrötchen waren alleine schon mit der Menge der Tiere überfordert. Ausserdem gelten gerade die Tunesischen Landschildkröten bei uns als sehr schwierige Pfleglinge. So übergaben sie die Krötlis an den örtlichen Tierschutzverein, der sie sehr schnell in einem Zoo unterbrachte. Die Kleinen können nun gut versorgt werden und haben bei uns hoffentlich noch ein sehr langes Leben vor sich.
Ich hoffe sehr, daß in dieser Wiese nicht noch mehr von diesen kleinen Schildkrötchen ihrem sicheren Tod entgegen gehen, nur weil sie nicht gefunden wurden. Den Verursacher dieser Tragödie wird man wohl nie finden können, aber ich denke, daß ihn sein Schicksal auf andere Weise dafür bestrafen wird.

Ich kann in Anbetracht dieser schrecklichen Ereignisse nur an alle, die illegal Tiere aus dem Ausland mitbringen, apellieren: Wenn Euch schon die Tiere lästig werden, dann hängt sie in einer Tüte an die Türklinke einer Tierarztpraxis, eines Tierheimes oder an irgendeine Türe, daß diese Tiere wenigstens gefunden und versorgt werden können. Aber kippt sie nicht einfach auf die Straße oder in die nächste Mülltonne!
Das hat nämlich kein einziges Lebewesen verdient, daß es einfach achtlos "entsorgt" wird!

 


 Die Findlinge vom 20. - 25.09.03

(die Bilder anklicken zum Vergrössern)
 


 
 Die Homepage wurde zuletzt aktualisiert am 26.10.2014    © E. K.