Tunesische Landschildkröte

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  Tunesische Landschildkröten, Parasiten, Krankheiten

Tunesische Landschildkröten
(dies gilt auch für alle anderen mediterranen Landschildkröten)

unangenehme Plagegeister: Parasiten

 

 

Sehr häufig wird mir diese Frage gestellt: "Kann eine Schildkröte auch krank werden?" Ja, sie kann :-)
Schon alleine der stressige Import dieser Tiere und die hier völlig veränderten Lebensumstände können ein entscheidender Krankheitsauslöser sein.
Am aller häufigsten plagen dabei unsere Schildkröten diverse Parasiten.

Welche Parasiten können eine Landschildkröte belasten ?

Im Wesentlichen unterscheidet man zwischen zwei wichtigen Sorten von Darm-Parasiten:

1. Würmer
hier die beiden häufigsten Arten:
 

  • Madenwürmer oder Oxyuren

Madenwürmer sind ca. 5-13 mm lange, 0,5 mm dicke, weiße Fadenwürmer,  auch bekannt als Pfriemenschwanz.   Sie kommen bei nahezu allen Reptilienarten am häufigsten vor. Sie vermehren sich im Darm der Tiere, indem sie massenweise Eier legen und die werden über den Kot ausgeschieden, womit sie wiederum andere Terrariengenossen infizieren können. Zu erkennen sind sie mit bloßem Auge nicht, daher ist eine Kotuntersuchung zur Vorbeugung ca. alle 12 Monate (besonders mindestens 2 Monate vor einer Sommer- oder Winterruhe) anzuraten. 

Oxyuren oder Madenwürmer
gut erkennbar: die kleinen weissen Oxyuren auf dem "Häuferl"
einer 40 g schweren Griechischen Landschildkröte 12 Tage nach der Medikamenteneingabe

 


hier die Kotproben von 3 Griech. Landschildkröten mit je 35 - 40 g 
10 Tage nach der Medikamenteneingabe, in Wasser aufgeschwemmt


  • Spulwürmer oder Ascariden

Dabei handelt es sich um spaghettiförmige Würmer, die je nach Geschlecht und Entwicklungsstadium von wenigen Zentimetern bis zu 10 cm Länge aufweisen können. Gerade die als Eingeweide-Wanderlarven bezeichneten Larvenstadien können zu einer dauerhaften Schädigung der Organe der Schildkröte führen.
Einmal aus Kot anderer Tiere, z. B. Mäusen, aufgenommene Spulwurmlarven verbleiben nicht im Darmkanal, sondern machen eine Körperwanderung durch. Dabei dringen die Larven durch die Darmwand hindurch und gelangen via Lymph- und Blutgefäße über die Leber zur Lunge. Von dort gelangen sie erneut über den Blutweg in den Körperkreislauf und damit in die Muskulatur des Wirtstieres. Es finden weitere Reifungsprozesse dieser Larven in der Lunge statt, wonach sie über die Luftröhre durch Auswürgen sowie anschließend über die Speiseröhre durch Abschlucken erneut in den Darm gelangen. Erst dann ist die insgesamt ca. 30 Tage dauernde Körperpassage abgeschlossen.

Spulwürmer oder Ascariden
Foto: www.tierarzt.de


 

Wenn der Tierarzt Wurmbefall feststellen sollte, kann er mit speziellen Medikamenten den Würmern schnell den Garaus machen. Die Behandlung (Kur mit meist zwei- bis dreimaliger Medikamenteneingabe im wöchentlichen bis 10-tägigen Abstand) ist für die Schildkröten nicht besonders schlimm. Die meisten Medikamente gegen Würmer sind eher harmlos. Nicht behandelter Wurmbefall kann langfristig durch den starken Nährstoffentzug tödlich sein. Während der Wurmkur sollte eine Schildkröte auf einem Untergrund gehalten werden, der täglich schnell ausgewechselt werden kann (z. B. Zeitungspapier, Küchenrollepapier), um eine Selbst-Wiederansteckung zu vermeiden. Da die Wurmausscheidung der abgestorbenen oder der gelähmten Würmer bis 4 Wochen nach der ersten Medikamenteneingabe stattfinden kann, ist auch so lange eine gesonderte Haltung erforderlich. Nach dieser Zeit sollte der Tierarzt eine erneute Kotprobe untersuchen und dadurch den Erfolg der Behandlung überprüfen. Eine frühere Untersuchung würde u. U. zu einem falschen Ergebnis führen.

Noch eine Warnung an alle Unerfahrenen:
Das für Hunde, Katzen und Nutztiere unproblematische Präparat "Ivomec" mit dem Wirkstoff Ivermectin ist für alle Schildkrötenarten in jedem Fall tödlich ( CAVE )!
 

2. Flagellaten
(= einzellige Lebewesen aus der Gruppe der Protozoen; z. B. Hexamita parva)

Flagellaten sind mit blossem Auge nicht erkennbar. Meist halten sich diese Parasiten im Darm der Schildkröte auf und schädigen sie dort, ähnlich wie die Würmer,  durch Nährstoffentzug. Gleichzeitig werden die Darmwände geschädigt, was erst recht eine Nährstoffunterversorgung der Schildkröte zur Folge hat, da der Darm dann die Närstoffe nicht mehr gut aufnehmen kann.
Wandern die Flagellaten in die Harnwege, dann können z. B. die Nieren ihre Entgiftungsarbeit nicht mehr gut genug erledigen und es kommt im fortgeschrittenen Stadium zu einer Vergiftung mit Stoffwechselprodukten der Schildkröte in ihrem Körper und schliesslich zu Nierenversagen.

Daher sind alle  Parasiten in größerer Zahl auf jeden Fall schädlich und müssen behandelt werden. Nur ein auf Schildkröten spezialisierter Tierarzt kann diese Parasiten richtig diagnostizieren und gezielt behandeln.

Für einen evtl. Arztbesuch habe ich hier für Sie ein pdf-Dokument vorbereitet, das dem Tierarzt sicher erleichtern wird, Ihre Schildkröte zu behandeln. Sie können den Fragebogen gleich am PC ausfüllen (einfach in die Felder klicken).
Bringen Sie es am besten vollständig ausgefüllt zur Sprechstunde mit.   bitte anklicken und abspeichern (tierarzt.pdf, 57 KB)
 



 

Wie kommen denn diese Parasiten in eine Schildkröte überhaupt hinein ?

In dem Augenblick, wo die Schildkröte Kontakt mit dem Freiland hatte (auch im Naturbiotop schon) kann sie jederzeit mit Darmparasiten befallen sein. Die Eier der Parasiten hängen oft an den Futterpflanzen oder sie werden mit Kot von anderen Schildkröten oder evtl. auch mit Kot von Vögeln aufgenommen. Auch mit unserem Wiesenfutter können natürlich Parasitenlarven oder -eier übertragen werden, auch wenn die Schildkröte selbst nie in einer Wiese gesessen hat. Weiterhin wird vermutet, dass die Parasiten-Eier oder -Larven evtl. auch schon über das Schildkrötenei übertragen werden und die Jungtiere beim Schlupf mit den Parasiten den ersten Kontakt haben. Daher sind regelmässige Kotkontrollen (mindestens 1x jährlich) beim schildkrötenerfahrenen Tierarzt notwendig.
 

Wie kann man Parasitenbefall des Darms besser verhindern ?

Ganz ist das leider nie möglich. Es hat sich herausgestellt, dass ein möglichst grosser Ballaststoffanteil im möglichst hartblättrigen Wiesenfutter den Darm besser "durchputzt", als weiches, ballaststoffarmes Futter (Salate). Da die Schildkröten im Naturbiotop mit den hartblättrigen Futterpflanzen dort viel mehr Ballaststoffe aufnehmen, als bei uns, kommen sie in ihren natürlichen Lebensräumen auch mit Darmparasiten viel besser zurecht. Die groben Fasern im Naturfutter halten die Parasitenzahl i. d. Regel auf einem Minimum, welches die Schildkröte verkraften kann. Daher ist es auch aus diesem Grund notwendig, die Tiere nicht mit weichen, zarten Futterpflanzen verwöhnen zu wollen. Man tut ihnen damit keinen Gefallen!
Meine Tunesischen Landschildkröten fressen zudem auch sehr gerne Heu, was ebenfalls viel mehr Ballaststoffe hat. Mittlerweile gibt es speziell für Schildkröten sogar Futtermittel, welche dem hier erhältlichen Wiesenfutter und vor allem den Salaten im Winter zusätzliche Ballaststoffe zuführen: von der Firma Agrobs: Pre alpin Testudo; von Frau Dr. Dennert: das Reptosan H. Beides finden Sie in diesem Online-Shop unter www.evastierparadis.de "Terraristik - Trockenfutter". Besonders zu empfehlen ist hier für die Tunesier das Agrobs Pre Alpin Testudo Fibre. Diese Spezial-Futtermittel dürfen auf keinen Fall mit anderen Trockenfuttermitteln anderer Firmen gleichgesetzt werden! Alle anderen Fertigfuttermittel für Schildkröten verursachen durch ihren viel zu hohen Eiweissgehalt leider unweigerlich Nierenprobleme.

Ein weiterer, sehr wichtiger Faktor für Parasitenbefall ist eine nicht optimale Haltung der Schildkröten. Werden sie unter zu geringer Beleuchtung, den falschen Feuchtigkeitsbedingungen und verkehrten Temperaturverhältnissen gehalten, dann ist der Körper geschwächt und Parasiten können sich viel leichter ausbreiten.
Eine optimal gehaltene Schildkröte wird sehr selten eine grössere Menge Parasiten beherbergen, denn die hat gegenüber Schädlingen ein gutes Immunsystem zur Abwehr.

 

 Die Homepage wurde zuletzt aktualisiert am 26.10.2014    © E. K.